Burg Goldbeck

Die Burg Goldbeck wurde im 13. Jahrhundert, vermutlich durch die Grafen von Lindow-Ruppin, als Grenzfeste gegen Mecklenburg gegründet. Im Jahre 1325 fand sie erste urkundliche Erwähnung („castrum“). Die Lehnshoheit besaßen bis 1548 die Bischöfe von Havelberg, danach die brandenburgischen Kurfürsten. 1548 wurde das kurfürstliche Amt Goldbeck geschaffen; 1687-1872 bestand hier ein Domänenamt.

Die polygonale, ringförmig einen engen gepflasterten Burghof umschließende Anlage aus zwei- bis dreigeschossigen, überwiegen massiven Gebäudeflügeln mit steilen Dächern wurde seit ihrer Gründung in mehreren Bauphasen bis ins frühe 20. Jahrhundert errichtet und ausgebaut. Zur ältesten Bausubstanz zählen das nördlich gelegene Torhaus mit seiner Nebenpforte und kreuzgratgewölbten Durchfahrt sowie der ehemals als Burg. bzw. Amtshaus dienende Ostflügel mit seinem Backsteinmauerwerk und teilweise mit Kreuzrippengewölben versehenen Keller. Die darüber liegenden Geschosse dieses Flügels sind von einer Ausbauphase im 16. und 17. Jahrhundert geprägt. Neben seiner mit Kielbogenmotiven geschmückten Putzfassade weist er im Inneren Fachwerkstrukturen auf, zu denen Balkendecken mit Schiffskieldekor, Fächerrosetten und Reste einer farbigen Ausmalung gehören. Die Wohnräume des Amtsverwalters verfügen teilweise über repräsentative Gestaltungen des frühen 20. Jahrhunderts. Der anschließende Südflügel wurde ursprünglich vor allem als Küchen- und Wirtschaftstrakt genutzt.
Der Westflügel der Burg entstammt in seiner heutigen Bausubstanz in weiten Teilen dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Er diente ehemals als Brauhaus und – gemeinsam mit einem westlichen Anbau – als Brennerei. Über den mappengewölbten Kellerräumen befindet sich hier der ehemalige Brennereiraum mit Eisenstützen und preußischen Kappengewölben.

Mit ihrer bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Bau- und Nutzungsgeschichte gehört die Burg Goldbeck zu den ältesten erhaltenen Profanbauten im Norden Brandenburgs. Sie ist ein besonders anschauliches Zeugnis für den mittelalterlichen Landesausbau der Mark, in dessen Zuge auch die 1325 urkundlich erstmals genannte Burg gegründet wurde. In einzigartiger Weise dokumentiert sie mittelalterliche Wehr- und Herrschaftsarchitektur in Brandenburg und blieb in seltener Vollständigkeit als ringförmige Burganlage erhalten. Eindrucksvoll dokumentiert sie bis heute den Kontrast zwischen wehrhafter äußerer Geschlossenheit und repräsentativer Innenhofarchitektur. Mit ihren Ausbauphasen veranschaulicht die Burg den Wandel herrschaftlicher Bauformen und Lebensverhältnisse, insbesondere seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Als Sitz eines landesherrlichen Domäneamtes besaß die Burg zentrale wirtschaftliche Bedeutung in der Region. Sie prägt bis heute wesentlich das Ortsbild des Dorfes Goldbeck. Die Burg weist aus diesen Gründen in hohem Maße bau- und landesgeschichtliche sowie wissenschaftliche und städtebauliche Bedeutung auf.

Quelle: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum,
aus der Beurteilung des Denkmals vom 31. März 2009

 

Heute ist die Burg Goldbeck Eigentum der Stadt Wittstock. Sie ist seit den 1980ern Jahren Wohn- und Arbeitsstätte für Künstler.